Gott läßt sich nicht entziffern

Der Kirchenhistoriker Wolfram Kinzig hat bei der Überprüfung altgriechischer und lateinischer theologischer Schriften jüngst festgestellt, daß die Lesung des hebräischen Tetragramms des Namens Gottes (JHWH) keineswegs gesichert ist.
Bekanntlich gab es im Hebräischen ursprünglich keine Angabe für die Vokale zwischen den Konsonanten, und als sie doch eingeführt wurden, galt Gottes Name als Tabu; man ersetzte ihn durch „Adonaj“ („Herr“). Lange Zeit lasen Christen diese vier Buchstaben „Jehova“, bis man später in älteren Texten auf eine Umschrift stieß, die für „Jahwe“ gehalten wurde. Bei genauem Hinsehen erweist sich allerdings, daß die Überlieferung dieser Texte uneinheitlich ist: Nun ist wieder offen, wie der Name auszusprechen ist. Daß zumindest „Jah-“ richtig sein dürfte, wird allerdings aus Wendungen wie „Hallelu-jah“ („Preist Gott“) deutlich.

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