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Zu guter Letzt ...
... ein Gedicht von Jochen Klepper:
Das Kirchenjahr
Du bist als Stern uns aufgegangen, von Anfang an als Glanz genaht. Und wir, von Dunkelheit umfangen, erblickten plötzlich einen Pfad. Dem Schein, der aus den Wolken brach, gingen wir sehnend nach.
Am Ende unserer weiten Fahrten gabst du uns in dem Stalle Rast. Was Stroh und Krippe offenbarten, ward voll Erstaunen nur erfasst. Die Zeichen blieben nicht mehr Bild, Verheißung war erfüllt.
Und über Stall und Stern und Hirten wuchs Golgatha, dein Berg, empor. Nah vor den Augen der Verirrten trat aus der Nacht dein Kreuz hervor. Dort neigtest du für uns dein Haupt. Da haben wir geglaubt.
Vor deines Felsengrabes Höhlung ward hart und schwer ein Stein geklemmt. Am Morgen kamen wir zur Ölung und fanden nur dein Totenhemd. Kein Fels hat deinen Weg gewehrt. Wir folgten, Herr, bekehrt.
In deines Herzens offene Wunde hast selbst du unsere Hand gelegt, uns bis zu deiner Abschiedsstunde mit Brot und Wein bei dir gehegt. Die Wolke, die dich aufwärts nahm, trug uns aus Angst und Scham.
Als eine Taube, lichtumflossen, hast du dich sanft herabgesenkt, uns mit dem Feuerglanz begossen und die Verlassenen beschenkt. Denn weil der Himmel offen steht, gabst du uns das Gebet.
Durch Stern und Krippe, Kreuz und Taube, durch Fels und Wolke, Brot und Wein dringt unaufhörlich unser Glaube nur tiefer in dein Wort hinein. Kein Jahr von unserer Zeit verflieht, das dich nicht kommen sieht.
Zu diesem Gedicht gibt es übrigens eine Vertonung von unserem GKR-Vorsitzenden Reinhard Zöllner. Auf Nachfrage kann ich sie Ihnen gerne zusenden: piotrowski@weinberggemeinde.de. |